Mami Nomura, Präsidentin, IT Coordinators Association (eine bestimmte gemeinnützige Organisation)

Aufgrund der digitalen Transformation (DX) sind IT-Koordinatoren sehr gefragt. Sie bieten IT-Management-Unterstützung aus einer praktischen, praxisnahen Perspektive.

Vorsitzender des Verbandes der IT-Koordinatoren (einer bestimmten gemeinnützigen Organisation) Mami Nomura(Masami Nomura)

■Profil
Alter 61 (Stand Oktober 2023)
Geboren in der Präfektur Kagoshima. Absolvent der Fakultät für Naturwissenschaften der Universität Kagoshima.
Nach 17 Jahren Tätigkeit bei Nihon Unisys, Ltd. als Systemingenieur und Projektmanager für Finanzinstitute verbrachte ich drei Jahre mit der Planung und Durchführung eines neuen Service im Rahmen des ersten firmeneigenen Venture-Projekts.
Seit meiner Selbstständigkeit vor 15 Jahren unterstütze ich Management- und IT-Initiativen auf der operativen Ebene von kleinen und mittleren Unternehmen.
Seine jetzige Position bekleidet er seit Juni 2022.

Angesichts des jüngsten Booms der digitalen Transformation (DX) rücken IT-Koordinatoren immer stärker in den Fokus. Für kleine und mittlere Unternehmen sowie Kommunen, die die DX vorantreiben wollen, ist die Gewinnung von Fachkräften, die diese Rolle praxisnah ausfüllen können, zu einem dringenden Anliegen geworden. Der Vorsitzende Nomura, selbst Experte auf diesem Gebiet und Vordenker des IT-Koordinator-Prozesses, sprach mit uns über die Initiativen und Zukunftsperspektiven des Verbandes. Er erkannte bereits vor 20 Jahren die Bedeutung des IT-Koordinators.

Während meines Studiums sammelte ich vielfältige Erfahrungen, unter anderem durch einen Nebenjob im ersten Ringer Hut Kagoshima-Laden direkt gegenüber der Universität, als Nachhilfelehrer und in einer Band. Besonders spannend war meine Tätigkeit für die Präfekturregierung Kagoshima in einem IT-Unternehmen der Universität. Als Operator war ich für den Betrieb der Programme im Serverraum der Präfektur zuständig. Es war faszinierend, als Student mit Spitzentechnologie in Berührung zu kommen, gerade als PCs auf den Markt kamen. Anschließend wechselte ich zu Nippon Unisys, Ltd. und arbeitete in der Abteilung für Systeme für Finanzinstitute, wo ich für Softwareentwicklung und Projektmanagement verantwortlich war. Dabei entwickelte ich die Hypothese, dass Finanzinstitute auch lokale kleine und mittlere Unternehmen mit IT-Unterstützung versorgen und dafür den IT-Koordinatorprozess nutzen sollten. Ich gründete ein internes Projekt und machte mich später selbstständig. Aufbauend auf meiner Erfahrung in der Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen übernahm ich die Aufgabe, Tools für IT-Koordinatoren und Schulungspersonal zu entwickeln, und im Juni 2022 übernahm ich den Vorsitz dieses Verbandes.

■ Organisation zur Entwicklung von „Fachkräften im IT-Management“

IT-Koordinator ist eine vom Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie geförderte Qualifikation. Seit Einführung des Systems im Jahr 2001 ist die Zahl der qualifizierten Fachkräfte stetig gestiegen und liegt mittlerweile bei über 7. Die Hauptaufgabe eines IT-Koordinators besteht in der Entwicklung von IT-Strategien und der Beschaffung mittels Ausschreibungen (RFPs). Zunächst führen sie Gespräche mit dem Management und visualisieren die Geschäftsprozesse, um den Bedarf an IT-Lösungen zu ermitteln. Anschließend holen sie Kostenvoranschläge und Angebote von Systemanbietern ein und vergleichen und bewerten diese gemeinsam mit dem Management, um die optimale IT-Implementierung zu gewährleisten. Kurz gesagt, ein IT-Koordinator ist ein IT-Management-Experte, der neutral und praxisorientiert agiert, Informationen strukturiert und gemeinsam mit dem Management den idealen Zustand anstrebt. Unser Verband, der 2001 als gemeinnützige Organisation gegründet wurde, engagiert sich in verschiedenen Initiativen, deren Hauptziel die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen durch IT-Koordinatoren ist. Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist die Ausbildung und Zertifizierung von IT-Koordinatoren. Um IT-Koordinatoren auszubilden, die einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten können, führen wir intensive Diskussionen über die optimalen Prüfungen und Schulungen und entwickeln entsprechende Inhalte. Anschließend vermitteln wir Kontakte zu Unternehmen. Wir organisieren offene Stellenausschreibungen und IT-Management-Konferenzen, um IT-Koordinatoren, die praktische Erfahrung sammeln möchten, mit Unternehmen zusammenzubringen, die Managementunterstützung benötigen. Darüber hinaus fördern wir die kontinuierliche Weiterbildung durch Schulungen und Netzwerkveranstaltungen, um das IT-Wissen stets auf dem neuesten Stand zu halten.

Aktuell stellen wir ausschließlich erfahrene Fachkräfte ein und rekrutieren Mitglieder für jeden Bereich, in dem Personalmangel herrscht. Wir planen, zukünftig auch Hochschulabsolventen einzustellen, verfügen jedoch selbst noch nicht über ein entsprechendes Ausbildungsprogramm. Daher ist es wichtig, unsere Ziele und die Ausbildungsmethoden klar zu definieren. Wir befinden uns derzeit in einer Übergangsphase.

■Die DX-Welle: Der Schlüssel ist eine „Wachstumsschleife“

Während alle Qualifikationen lediglich Einstiegspunkte darstellen, gewinnen Mechanismen für kontinuierliches Lernen und die Vermittlung von Geschäftskontakten zunehmend an Bedeutung. In den letzten Jahren hat die Zahl qualifizierter Fachkräfte in Finanzinstituten deutlich zugenommen und wächst weiter. Dies ist auf die verstärkte Ausrichtung der Finanzdienstleistungsbehörde auf „Beziehungsbanking“ zurückzuführen, wodurch der Bedarf an kontinuierlicher Unterstützung lokaler Unternehmen durch Finanzinstitute gestiegen ist. Bei Regionalbanken wird von allen Mitarbeitern der Erwerb des IT-Passes erwartet, und diejenigen, die kleine und mittlere Unternehmen betreuen, sollen zusätzlich die Zertifizierung zum IT-Koordinator erwerben. Beispielsweise plant eine Regionalbank in der Präfektur Ibaraki, 400 IT-Koordinatoren einzustellen. Auch die IT-Unterstützung durch Kommunen nimmt zu. Da Minister Kono die digitale Transformation der Verwaltung vorangetrieben hat, ist diese ein dringendes Anliegen. Als Verband haben wir Schulungsprogramme zur Ausbildung von Fachkräften für die digitale Transformation in Kommunen initiiert und entwickeln Programme, die es auch unerfahrenen Personen ermöglichen, Kommunen zu unterstützen. Im Zuge dieser Trends in der digitalen Transformation von Finanzinstituten und Kommunen wird die Bedeutung von IT-Koordinatoren in Zukunft weiter steigen.
Unsere Unternehmensvision ist der Aufbau eines Wachstumskreislaufs. Dabei handelt es sich um ein System, in dem wir uns kontinuierlich weiterentwickeln, indem wir denselben Kreislauf wiederholen, beispielsweise: „Kommunen sollten dies tun, und kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sollten jenes tun.“ Ein gutes Beispiel, von dem wir uns inspirieren lassen können, ist der „Doppelkreislauf“, den Jeff Bezos vor der Gründung von Amazon entworfen hat. Als ich dieses Diagramm sah, wurde mir klar, dass ein funktionierender Kreislauf entscheidend für das Unternehmenswachstum ist. Ich möchte diesen Wert an alle unsere IT-Koordinatoren weitergeben und sie dazu befähigen, KMU zu beraten und dabei den Wachstumskreislauf stets im Blick zu behalten. Auch als IT-Koordinator muss man nicht alle IT-Technologien beherrschen. Ich möchte ein Unternehmen aufbauen, in dem jeder sein Fachgebiet, wie beispielsweise No-Code oder Sicherheit, weiterentwickeln, seinen Interessen nachgehen und gemeinsam wachsen kann.

■ Nachricht an die Studierenden

Das Wichtigste ist Interesse. Erwachsene sagen oft, man brauche viel Wissen, aber das ist nur ein Ideal. Ich denke, was eine Organisation wirklich braucht, ist jemand, der sich für die Arbeit interessiert und sich durch Recherche tiefergehend damit auseinandersetzen kann. Ich hoffe auch, dass du schon während deines Studiums eine „Erfindermentalität“ entwickelst. Ob durch ehrenamtliches Engagement, Nebenjobs oder Vereinsaktivitäten – das ist egal. Bleib nicht bei den üblichen Methoden; überlege, wie du Dinge verbessern kannst. Ich glaube, dass „Interesse und Einfallsreichtum“ die Schlüssel zum Erfolg in einer Organisation sind.

Online-Studentenzeitung, 27. März 2023, Interview mit Yui Takemura, Studentin im 9. Studienjahr an der Senshu-Universität

Mai Wakao, Studentin im 1. Studienjahr an der International Christian University / Yui Takemura, Studentin im 4. Studienjahr an der Senshu University / Kakuto Sudo, Student im 4. Studienjahr an der Rikkyo University

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